Das PEPP-Entgeltsystem in Psychiatrie und Psychosomatik bleibt weiterhin ein eigenständiges Vergütungssystem mit tagesbezogener Budgetlogik und krankenhausindividuellen Verhandlungen. Gleichzeitig verändern aktuelle gesundheitspolitische und finanzwirtschaftliche Reformen die Rahmenbedingungen der Budgetverhandlungen zunehmend.
Insbesondere das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz greift indirekt, aber tiefgehend in die Verhandlungslogik ein: Durch die gesetzlich begrenzte Entwicklung der Veränderungsrate (§ 71 SGB V) sowie die eingeschränkte Refinanzierung von Tarifsteigerungen entsteht eine strukturelle Deckelung der Budgetdynamik – unabhängig von der tatsächlichen Kostenentwicklung der Krankenhäuser.
Damit verschiebt sich die Verhandlungsrealität im PEPP-System zunehmend von einer kostenorientierten Argumentation hin zu einer gesetzlich begrenzten Finanzierungslogik.
Parallel wirken das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz und das Krankenhausreformanpassungsgesetz indirekt auf die Krankenhausfinanzierung und verstärken den wirtschaftlichen Druck auf die Einrichtungen.
Dieses Seminar vermittelt Ihnen sowohl die fundierten Grundlagen der PEPP-Budgetverhandlung als auch die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und zeigt Ihnen, wie Sie auch unter verschärften finanziellen Restriktionen erfolgreich verhandeln.
Ihr Nutzen
- Sie erhalten einen strukturierten Überblick über die Grundlagen des PEPP-Entgeltsystems und die Systematik von Budgetverhandlungen im Krankenhausbereich.
- Sie lernen, wie Budgetverhandlungen im PEPP-System aufgebaut sind und welche Stellschrauben in der praktischen Umsetzung entscheidend sind.
- Sie verstehen die Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die Entwicklung von Budgets und die damit verbundenen finanziellen Restriktionen.
- Sie erhalten Einblicke, wie gesetzliche Budgetbegrenzungen und Veränderungsraten die Verhandlungslogik beeinflussen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
- Sie lernen, die indirekten Auswirkungen aktueller Krankenhausreformen (KHVVG und KHAG) auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen richtig einzuordnen.
- Sie erhalten Orientierung, wie typische Konfliktfelder in Budgetverhandlungen entstehen und welche Argumentationsmuster in der Praxis eingesetzt werden.
- Sie verstehen, welche Faktoren die wirtschaftliche Planung im PEPP-System beeinflussen und wie sich diese in der Verhandlungspraxis niederschlagen.
- Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt, sodass es im kleinen Rahmen ausreichend Möglichkeiten für eigene Fragestellungen und Diskussionen mit dem Referenten gibt.
Inhalte
Grundlagen des PEPP-Entgeltsystems
- Systematik und Struktur des PEPP-Systems
- Aufbau der AEB-Psych und Budgetableitung
- Tagesbezogene Vergütung und Leistungslogik
- Entwicklung von Budgets im PEPP-System
- Grundlagen der Verhandlungs- und Kalkulationslogik
- typische Fehler in der Budgetplanung
Budgetverhandlungen im PEPP-System
- Aufbau und Ablauf der Budgetverhandlungen
- Erstellung und Argumentation der AEB-Psych
- Katalogeffekte
- Leistungs- und Budgetentwicklung in der Praxis
- Erlösausgleiche und Budgetkorrekturen
- Gestaltungsmöglichkeiten der PPP-RL und Konsequenzen bei Nichteinhaltung
- Verhandlungsstrategien gegenüber Kostenträgern
- Konfliktfelder und Schiedsstellenverfahren
GKV-Finanzierungsdruck und neue Verhandlungslogik
- Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf Budgetverhandlungen
- gesetzliche Deckelung der Budgetsteigerungen über die Veränderungsrate
- systematische Absenkung der Budgetdynamik trotz realer Kostensteigerungen
- eingeschränkte bzw. nur teilweise Refinanzierung von Tarifsteigerungen
- zunehmende Lücke zwischen Kostenentwicklung und Budgetentwicklung
Krankenhausreformen und struktureller Druck
- Einordnung des KHVVG: keine direkte Systemumstellung im PEPP-System
- indirekte Auswirkungen durch strukturelle Veränderungen im Krankenhaussektor
- steigender wirtschaftlicher Druck auf Träger und Einrichtungen
- Auswirkungen des KHAG auf Übergangs- und Planungsprozesse
- Konsequenzen für Budgetverhandlungen im Gesamtkrankenhaus
Verhandlungspraxis im Spannungsfeld neuer Rahmenbedingungen
- Zusammenspiel von PEPP-System und gesetzlicher Budgetbegrenzung
- Umgang mit eingeschränkter Refinanzierbarkeit von Kostensteigerungen
- strategische Argumentation gegenüber Kostenträgern
- realistische Bewertung von Verhandlungsspielräumen
- Risikosteuerung in angespannten Budgetsituationen
Selbstverständlich werden die Themen ständig an die neuesten Entwicklungen und Gesetzgebung angepasst, sodass Änderungen der Seminarinhalte möglich sind.
Aktuelle Relevanz
Die PEPP-Budgetverhandlungen finden zunehmend unter restriktiven finanziellen Rahmenbedingungen statt. Während das PEPP-System selbst stabil bleibt, führen gesetzliche Eingriffe in die Finanzierungslogik – insbesondere durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz – zu einer strukturellen Begrenzung der Budgetentwicklung.
Zielgruppen
Das Seminar richtet sich an:
- Geschäftsführer/innen und Verwaltungsleitungen von Krankenhäusern
- Controller/innen im Krankenhausbereich
- Mitarbeitende im Medizin- und Finanzcontrolling
- Verantwortliche für Budgetverhandlungen und Erlössteuerung
- Krankenhausplanungs- und Managementfunktionen
Referent
Dipl.-Kaufmann (FH) Norbert Schmitt, Senior Manager, Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Krankenhausberatung Jüngerkes & Schlüter GmbH, Ratingen

