Die zeitnahe Abrechnung von Behandlungsfällen stellt viele Kliniken weiterhin vor große Herausforderungen. Voraussetzung für eine korrekte und fristgerechte Rechnungsstellung ist eine vollständige, strukturierte und zeitnahe Dokumentation sowie Kodierung des Behandlungsfalls. Beides ist ein zentraler Faktor für die Liquiditätssicherung eines Krankenhauses. Optimierte Prozesse in Dokumentation und Kodierung helfen, Erlösverluste und Liquiditätsengpässe zu vermeiden.
In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass erforderliche Dokumente nicht rechtzeitig vorliegen oder Patientenunterlagen unvollständig sind. Erlösrelevante Sachverhalte werden aus Unwissenheit oder fehlender Sensibilisierung des Behandlungsteams nicht immer ausreichend dokumentiert. Dies betrifft insbesondere Nebendiagnosen, zusatzentgeltfähige Leistungen oder die medizinische Begründung der Verweildauer. Verschärft wird diese Problematik durch eine unzureichende Abstimmung zwischen den beteiligten Berufsgruppen und einen fehlenden kontinuierlichen Austausch.
Die fallbegleitende Kodierung setzt genau hier an: Sie ermöglicht eine zeitnahe, qualitätsgesicherte Kodierung bereits während des stationären Aufenthalts und schafft damit die Grundlage für eine schnelle Rechnungsstellung unmittelbar nach Entlassung. Durch DRG-Visiten werden Dokumentationslücken frühzeitig erkannt, die Dokumentationsqualität verbessert und Erlöspotenziale gezielt gesichert – unter anderem durch eine optimierte Verweildauersteuerung und eine nachhaltige Steigerung des Case Mix Index (CMI).
Mit der Einführung der Hybrid-DRGs gewinnt die fallbegleitende Kodierung zusätzlich an Bedeutung. Die frühzeitige Transparenz über abrechnungsrelevante Leistungen ist eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive Fallsteuerung und die Entscheidung über das geeignete Versorgungssetting. Eine strukturierte, fallbegleitende Kodierung unterstützt damit nicht nur die Erlössicherung, sondern auch die strategische Steuerung von Behandlungsfällen im Spannungsfeld zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.
Darüber hinaus wirkt sich eine enge Verzahnung von Dokumentation und Kodierung positiv auf MD-Prüfungen aus. Eine vollständige, konsistente und nachvollziehbare Dokumentation reduziert das Risiko von Rechnungskürzungen und Erlösminderungen erheblich.
Ihr Nutzen
- Beschleunigung des Abrechnungsprozesses / kurzer Kodierworkflow
- Verbesserung einer zeitnahen und vollständigen Dokumentation
- Fallsteuerung unter Berücksichtigung von Hybrid-DRGs
- Optimierung der Kodierung
- Erlössicherung und Erlössteigerung
- Liquiditätssicherung
- Zeitnahe und korrekte Schlussrechnung
- Verbesserung der Kommunikation zwischen Berufsgruppen die an der Dokumentation und Kodierung beteiligt sind.
- Zeitnahe Verfügbarkeit aller für die Kodierung relevanten Dokumente
- Effektiveres Verweildauermanagement
- Geringere Verluste durch MD-Prüfungen
- Herausforderungen von MD-Prüfungen:
- Optimierung der anstehenden Prüfquoten
- Reduzierung möglicher Strafzahlungen
- Keine Korrekturen der Schlussrechnung
- Zeitnahe Erstellung des Entlassungsbriefs und Sicherstellung der Weiterversorgung
Inhalte
Grundlagen der fallbegleitenden Kodierung
- Dokumentation von Diagnosen + Leistungen
- Behandlungsbegleitender Transfer in die Kodierung
- Bedeutung der aktuellen DRG und hinterlegten Verweildauer zur Steuerung
- Transfer in den klinischen Alltag
- Die Bedeutung der Dokumentation
- Praktische Umsetzung des FM-Konzeptes
- Betreuung des MD-Verfahrens
DRG-Visiten
- Organisation + Inhalt
- Zeitpunkt + feste Zeiten + Teilnehmer
- Vorbereitung des FM
- Tägliche Überarbeitung der Fälle
- Bedeutung der Hautdiagnosen und Prozeduren
- Verweildauer und Entlassungen
- Zusammenspiel der Dokumentation von Arzt +FM
- Schnittstelle mit dem Sozialdienst
Erläuterungen der Vorteile einer fallbegleitenden Kodierung in Hinblick auf die Fallsteuerung unter Berücksichtigung von Hybrid-DRGs.
Vorgehensweise zur Einführung
- Fallbegleitendes Arbeiten auf Station und im Büro
- Aktensammlung
- Schnittstellen zu den verschiedenen Berufsgruppen
- Endkodierung und Fallabschluss mit vollständiger Dokumentation
- Dokumentation bei DRG-Visiten
Umsetzungshinweise
- Tagesablaufplanung auf Station und im Büro
- Checklisten
- Leistungserfassung
- Technische Hilfsmittel (Laptop)
Hilfreiche Prozesse, Formulare und Dokumente
- DRG-Mitteilung/DRG Ampel
- Verweildauerstempel
- Zusammenarbeit mit Medizincontrolling
Vorstellung von Beispielen
Zielgruppen
Mitarbeiter/innen aus dem ärztlichen Dienst, Medizincontrolling, Controlling, Kodierung, Casemanagement, Verwaltung, Patientenabrechnung, Patienten- und Leistungsmanagement, Geschäftsleitung sowie DRG-Beauftragte, Kodierfachkräfte und Dokumentationsassistenten/innen.
Referent
Maik Wheelock, Leiter Medizincontrolling am Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling

