Die Krankenhausreform verändert die Rahmenbedingungen für das Medizincontrolling grundlegend. Mit dem Inkrafttreten des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) sowie den Anpassungen durch das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) entstehen neue Anforderungen an Kodierung, Leistungssteuerung, Strukturprüfungen, Erlösmanagement und strategische Krankenhaussteuerung.
Parallel dazu greift das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz indirekt, aber tiefgreifend in die wirtschaftliche Logik der Krankenhausfinanzierung ein: Durch die Deckelung der Veränderungsrate und die eingeschränkte Refinanzierung von Tarifsteigerungen steigt der wirtschaftliche Druck auf Krankenhäuser erheblich. Damit gewinnen valide Kodierung, belastbare Leistungsdaten, Erlössicherung und strategisches Medizincontrolling weiter an Bedeutung.
Gleichzeitig schreitet die Ambulantisierung stationärer Leistungen kontinuierlich voran. Hybrid-DRGs, AOP-Leistungen, tagesstationäre Behandlungen sowie neue sektorenübergreifende Versorgungsformen verändern die Anforderungen an Dokumentation, Fallsteuerung und Erlösplanung nachhaltig.
Dieses Seminar vermittelt einen praxisnahen Überblick über die aktuellen Reformgesetze und zeigt insbesondere auf, welche konkreten Auswirkungen sich daraus für das Medizincontrolling ergeben.
Ihr Nutzen
- Sie erhalten einen Überblick über die aktuellen Reformgesetze und die anstehenden Herausforderungen.
- Sie verstehen die wesentlichen Veränderungen der Krankenhausfinanzierung durch KHVVG, KHAG und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.
- Sie lernen, welche neuen Anforderungen sich für Kodierung, Dokumentation und Strukturprüfungen ergeben.
- Sie erfahren den geplanten Umsetzungszeitplan / Konvergenzphase und können dadurch Ihr Haus rechtzeitig auf die Reform vorbereiten.
- Sie kennen Ihre Chancen und Risiken und können auf dieser Grundlage eine Strategie für Ihr Medizincontrolling entwickeln.
- Sie erkennen den Trend der zukünftigen Abrechnung hinsichtlich Ambulantisierung im Krankenhaus und erhalten Tipps zur Umsetzung.
- Durch Diskussionen mit unseren Referenten aktive Vorbereitung auf die anstehenden Herausforderungen
- Sie erhalten strategische Hinweise
- Sie erhalten ausreichend Gelegenheit für Ihre Fragen
Inhalte
Krankenhausreform: aktueller Stand und politische Entwicklung
- Überblick über KHVVG und KHAG
- Zielsetzung und Systematik der Krankenhausreform
- Zeitplan, Konvergenzphase und Umsetzungsschritte
- aktuelle politische Entwicklungen und Anpassungstendenzen
Veränderungen der Krankenhausfinanzierung und neue Steuerungslogiken
- neue Verteilung des Erlösvolumens
- Absenkung und Ausgliederung von Fallpauschalen
- Vorhaltevergütung und ihre Auswirkungen auf DRG-Erlöse
- Mindestmengen durch das KHVVG im §40 KHG (bspw. für onkochirurgische Leistungen)
- Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes:
- Deckelung der Veränderungsrate
- eingeschränkte Tarifkostenrefinanzierung
- Änderungen am Pflegebudget
- zunehmender wirtschaftlicher Druck auf Krankenhäuser
Leistungsgruppen, Qualitätsvorgaben und Krankenhausplanung
- Versorgungsstufen (Level-System)
- Leistungsgruppen und Leistungsgruppen-Grouper
- Qualitätskriterien und Strukturvorgaben
- neue LOPS-Richtlinie und Strukturprüfungen
- Prüfung der Qualitätsvorgaben durch den MD
- Krankenhausplanung der Länder
Auswirkungen auf das Medizincontrolling
- neue Anforderungen an Kodierung und Dokumentation
- Bedeutung korrekter OPS-Abbildung für Leistungsgruppen
- zunehmende Relevanz von Strukturmerkmalen und Qualitätsnachweisen
- strategische Bedeutung des Medizincontrollings in der Krankenhaussteuerung
Strukturprüfungen, MD und Erlössicherung
- Auswirkungen der Reform auf MD-Prüfungen
- Strukturprüfungen nach StrOPS und LOPS-Richtlinie
- Konsequenzen fehlerhafter Struktur- und Qualitätsnachweise
Ambulantisierung und sektorenübergreifende Versorgung
- Hybrid-DRGs nach § 115f SGB V
- Erweiterung des Hybrid-DRG-Katalogs
- Ambulantes Operieren nach § 115b SGB V
- tagesstationäre Behandlungen nach § 115e SGB V
- Auswirkungen auf Fallsteuerung, Kodierung und Erlöse
- strategische Herausforderungen für das Medizincontrolling
Reform der Notfall- und Akutversorgung
Praxisperspektive Medizincontrolling
- Welche Aufgaben gewinnen künftig an Bedeutung?
- Wie verändert sich die Rolle des Medizincontrollings im Krankenhaus?
Selbstverständlich werden die Themen ständig an die neuesten Entwicklungen und Gesetzgebung angepasst, sodass Änderungen der Seminarinhalte möglich sind.
Aktuelle Relevanz
Die Krankenhausreform verändert nicht nur die Finanzierung von Krankenhäusern, sondern auch die Rolle des Medizincontrollings grundlegend. Leistungsgruppen, Strukturprüfungen, Qualitätsvorgaben und Ambulantisierung führen zu deutlich komplexeren Anforderungen an Dokumentation, Leistungssteuerung und Erlössicherung.
Gleichzeitig verschärft das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz den wirtschaftlichen Druck auf Krankenhäuser erheblich. Damit wird das Medizincontrolling zunehmend zu einer zentralen Schnittstelle zwischen Kodierung, Qualitätssicherung, Erlösmanagement und strategischer Krankenhaussteuerung.
Zielgruppen
Das Seminar richtet sich insbesondere an:
- Medizincontroller:innen
- Mitarbeitende aus Kodierung und Dokumentation
- DRG-Beauftragte und Kodierfachkräfte
- Mitarbeitende aus Patientenabrechnung und Leistungsmanagement
- Case-Manager:innen
- Mitarbeitende aus Qualitätsmanagement und Krankenhaussteuerung
- ärztliche Leitung und kaufmännische Leitung
- Mitarbeitende von Kostenträgern und des MD
Referenten
Dr. med. Erwin Horndasch, Internist, Notfallmedizin, Ärztliches QM, Dipl.-Gesundheitsökonom Oec.med., Medizincontroller, Risikomanagement, Gutachter für Sozial- und Zivilgerichte, ehemaliger Sprecher Gutachtergruppe DGfM, Mitglied im FoKA (Fachausschuss für ordnungsgemäße Kodierung und Abrechnung), Leiter Medizincontrolling Kreisklinik Roth

