Medizincontrolling – die zentrale Schnittstelle zwischen Medizin, Wirtschaftlichkeit und Krankenhausmanagement
Medizincontrolling ist längst weit mehr als die Überwachung von Dokumentation, Kodierung und Abrechnung. Angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks, tiefgreifender Krankenhausreformen und wachsender regulatorischer Anforderungen übernimmt das Medizincontrolling eine immer wichtigere Rolle bei der operativen und strategischen Steuerung von Krankenhäusern.
Die Aufgaben sind vielfältig und anspruchsvoll: Sie reichen von der Optimierung medizinischer Dokumentations- und Abrechnungsprozesse über Erlösmanagement, MD-Prüfungen und Budgetverhandlungen bis hin zur Analyse medizinischer Leistungsdaten und der strategischen Weiterentwicklung des Leistungsangebots. Aktuelle Entwicklungen wie die Krankenhausreform, die zunehmende Ambulantisierung und neue Vergütungsmodelle stellen zusätzliche Anforderungen an die fachliche Kompetenz.
Qualifizierte Medizincontrollerinnen und Medizincontroller verbinden medizinisches, ökonomisches und rechtliches Fachwissen und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit, Erlössicherung und Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern.
Bildungsziele
Unsere umfassende, praxisorientierte Weiterbildung vermittelt Ihnen die erforderlichen Kenntnisse und Instrumente, um die vielfältigen Aufgaben des Medizincontrollings kompetent und eigenverantwortlich wahrzunehmen. Erfahrene Referentinnen und Referenten aus der Krankenhauspraxis vermitteln fundiertes Fachwissen, aktuelle Entwicklungen und konkrete Lösungsansätze für Ihren Berufsalltag.
Inhalte
- Aufgaben des Medizincontrollings
- Grundlagen der Krankenhausfinanzierung
- aG-DRG-System
- Hybrid-DRGs / Ambulantes Operieren (AOP-Katalog), tagesstationäre Behandlungen
- Finanzierung der sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen (süV)
- Anforderungen an eine optimale Dokumentation und Kodierung
- Fallbegleitende Kodierung
- Bedeutung der neuen Qualitätssicherung bei Sepsis (QS-Sepsis) in der Kodierung
- Aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen zu MD-Prüfungen
- Management von MD-Prüfungen: Strukturprüfungen (StrOPS), LOPS-Richtlinie, Strafzahlungen, Prüfverfahrensvereinbarung (PrüfvV), etc.
- Änderungen durch die Krankenhausreform / Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) – Vorhaltepauschalen, Versorgungslevel, Leistungsgruppen, Auswirkung auf die Fallpauschalen, Konvergenzphase etc.
- Erlösmanagement und Erlössicherung
- Kostenrechnung und Erlösverteilung
- Leistungssteuerung
- Grundlagen zur Vorbereitung und Durchführung von Budgetverhandlungen nach dem KHEntgG und PEPP
- Aufbau eines aussagefähigen Berichtswesens / Steuern mit Kennzahlen
- Kostenträgerrechnung:
- Grundlagen für die Teilnahme an der InEK-Kalkulation
- Kostenkalkulation auf der Basis des InEK-Leitfadens
- Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV), Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) und Pflegebudget
- Änderungen durch die Krankenhausreform (Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) /Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG))
- Entlassmanagement / Case Management
- Praxisbeispiele
Zielgruppen
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, die ihre Kompetenzen im Bereich der wirtschaftlichen Steuerung und Abrechnung medizinischer Leistungen erweitern möchten. Dazu gehören unter anderem:
Mitarbeiter/innen aus dem ärztlichen Dienst, Medizincontrolling, Kodierung, Casemanagement, Verwaltung, Patientenabrechnung, Patienten- und Leistungsmanagement sowie DRG-Beauftragte, erfahrene Kodierfachkräfte, Dokumentationsassistenten/innen und leitende Pflegekräfte.
Mitarbeiter/innen von Kostenträgern und des Medizinischen Dienstes (MD).

