Die Ambulantisierung bisher stationär erbrachter Krankenhausleistungen schreitet weiter voran und stellt Krankenhäuser vor erhebliche Herausforderungen bei der Leistungsplanung, Fallsteuerung und Abrechnung.
Mit der Erweiterung des Hybrid-DRG-Katalogs auf 69 Fallgruppen im Jahr 2026 sowie den aktuellen Regelungen zum Ambulanten Operieren (AOP) nach § 115b SGB V haben sich die Abrechnungsmöglichkeiten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verändert.
Gleichzeitig stehen weitere grundlegende Änderungen bevor: Im Rahmen der aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen wird eine Abschaffung der Hybrid-DRGs ab 2028 und deren Ersatz durch sogenannte Kurzzeitfallpauschalen diskutiert. Für 2027 sind zudem Übergangsregelungen vorgesehen, die insbesondere die Vergütung ambulanter Leistungen ohne Übernachtung betreffen. Diese Änderungen sind bislang noch nicht abschließend beschlossen.
Für Krankenhäuser ist es daher besonders wichtig, sowohl die aktuell geltenden Abrechnungsregelungen sicher anzuwenden als auch die möglichen Auswirkungen zukünftiger Vergütungsmodelle frühzeitig zu erkennen. Insbesondere die korrekte Anwendung der Abrechnungsbestimmungen, die Berücksichtigung von Kontextfaktoren sowie eine gezielte Fallsteuerung und Dokumentation sind entscheidend, um Erlösverluste zu vermeiden.
In unserem praxisorientierten Seminar vermitteln wir Ihnen fundierte Kenntnisse zur AOP-Abrechnung, zur Systematik und Abrechnung der Hybrid-DRGs sowie zu deren wirtschaftlichen Auswirkungen. Darüber hinaus informieren wir Sie über aktuelle gesetzliche Entwicklungen, mögliche Übergangsregelungen und die geplante Einführung von Kurzzeitfallpauschalen.
Sie erfahren, wie Sie bestehende Abrechnungsmöglichkeiten optimal nutzen und sich auf zukünftige Veränderungen in der ambulanten und kurzstationären Krankenhausvergütung vorbereiten können.
Seminarziele
- Strategischer Umgang mit der neuen Gebührenordnung
- Aktuelle Änderungen im EBM 2026 und deren
Umsetzung in der ambulanten Klinikabrechnung - Abrechnung der ambulanten Operationen nach § 115b
- Abrechnung von Hybrid-DRGs
Inhalte
Gezieltes ambulantes Fallmanagement im Krankenhaus.
Was ist möglich? Chancen und Fallstricke
Gebührenordnung EBM 2026
- Kurze Einführung in die Thematik
- Grundlagen des neuen EBM
- Aktuelle Veränderungen und deren Bedeutung für das Krankenhaus
- Strategische Umsetzungshinweise
Abrechnung von KV-Notfällen
- Abrechnung verschiedener Notfälle auf der Basis der aktuellen Neuerungen im EBM 2026
- Öffnung der Fachkapitel und deren Bedeutung für den Notfall
Abrechnung von ambulanten Operationen nach § 115b
- Erarbeitung des aktuellen Vertrages für ambulante Operationen nach § 115b in der aktuellen Version.
- Umsetzungshinweise und Abrechnungsfallstricke
- Grundlagen OPS Prozeduren – Dokumentation und Beispiele
- § 4 Präoperative Untersuchungen – Abrechnungsmöglichkeiten
- § 10 Schweregradzuschläge bei ambulanten Operationen
- § 11 Sachkostenabrechnung, Kostenpauschalen laut AOP-Vertrag
- Postoperative Nachsorge und deren Komplexe
- Postoperative Komplikationen und mögliche Abrechnungen
- Abrechnungsbeispiele aus verschiedenen Fachbereichen
- Umgang mit Kassenkürzungen und Anfragen
Hybrid-DRGs
- Rechtliche Grundlagen der sektorengleichen Vergütung nach §115f SGB V
- Leistungskatalog
- Neuerungen und weitere Hybrid-DRGs, welche eingeführt werden
- Bedeutung der indikationsspezifischen Prozedurenliste (OPS-Kodes)
- Welche Behandlungsfälle können zukünftig über Hybrid-DRGs abgerechnet werden?
- Wie hoch ist der Erlösrückgang?
- Wie hoch ist die Erlösdifferenz zwischen EBM, Hybrid-DRG und aG-DRG bzw. tagesstationäre Abrechnung?
- Vergleich mit den bisherigen DRG-Erlösen
- Potenziale durch die Einführung von Hybrid-DRGs
- Erweiterung der Ambulantisierung durch Hybrid-DRGs
- Inhalte der BMG-Verordnung
- Verbindliche Abrechnung der Fallpauschalen nach Anlage 3c
- Bedeutung von Haupt- und Nebendiagnosen, OPS, Verweildauer und Pflegegrade
- Kontextfaktoren
- Fallbeispiele
Aktuelle Entwicklungen und zukünftige Vergütungsmodelle
- Aktuelle gesundheitspolitische und gesetzliche Entwicklungen zur Hybrid-DRG-Vergütung
- Geplante Änderungen und Übergangsregelungen für das Jahr 2027
- Mögliche Abschaffung der Hybrid-DRGs ab 2028
- Geplante Einführung von Kurzzeitfallpauschalen: Grundlagen, Zielsetzung und Abgrenzung zur bisherigen Hybrid-DRG-Vergütung
Diskussion und Erfahrungsaustausch
Zielgruppen
Mitarbeiter/innen von Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen aus dem Medizincontrolling, Kodierung, Geschäftsleitung, kaufmännische und ärztliche Leitung, Praxismanagement, Patientenabrechnung, Patienten- und Leistungsmanagement.

