Die Pflege ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren eines Krankenhauses – zugleich steht sie vor enormen Herausforderungen. Fachkräftemangel, steigende gesetzliche Qualitätsanforderungen, zunehmende regulatorische Vorgaben und die Krankenhausreform verlangen nach einer vorausschauenden und datenbasierten Steuerung der personellen Ressourcen. Pflegecontrolling entwickelt sich damit vom klassischen Berichtswesen zu einem unverzichtbaren Management- und Führungsinstrument.
Mit der Einführung der Pflegepersonalbemessungsverordnung (PPBV) und der daraus abgeleiteten Pflegepersonalbemessung (PPR 2.0) wurden wichtige Impulse für eine bedarfsgerechte Personalbemessung gesetzt. Auch wenn die verpflichtende Anwendung zwischenzeitlich wieder ausgesetzt wurde, prägen die Regelungen zu den Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG), der Pflegepersonalquotient, das Pflegebudget sowie die Anforderungen des Pflegepersonalstärkungsgesetzes (PpSG) die Rahmenbedingungen weiterhin maßgeblich und erfordern eine vorausschauende Steuerung der personellen Ressourcen. Gleichzeitig gewinnt die bedarfsgerechte Vorhaltung von Pflegepersonal für Leistungsgruppen, OPS-Komplexleistungen und Strukturprüfungen zunehmend an Bedeutung. Krankenhäuser müssen heute jederzeit nachweisen können, dass die erforderlichen personellen Voraussetzungen erfüllt sind – sowohl zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung als auch zur Erlössicherung.
Ein modernes Pflegecontrolling verbindet diese regulatorischen Anforderungen mit einer strategischen Personalsteuerung. Es schafft Transparenz über Personalbedarf, Personaleinsatz, Pflegeleistungen und Wirtschaftlichkeit und liefert belastbare Entscheidungsgrundlagen für Pflegemanagement, Krankenhausleitung und Controlling.
In diesem praxisorientierten Online-Tagesseminar erfahren Sie, wie Sie ein zukunftsfähiges Pflegecontrolling aufbauen oder weiterentwickeln, aussagekräftige Kennzahlen nutzen und Personalressourcen bedarfsgerecht planen. Sie lernen aktuelle Instrumente des Personalcontrollings kennen, erhalten einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Vorgaben und erfahren anhand zahlreicher Praxisbeispiele, wie Pflegecontrolling zu einer nachhaltigen Steuerung von Qualität, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit beitragen kann.
Ihr Nutzen
Nach dem Seminar:
- verstehen Sie die strategische Bedeutung des Pflegecontrollings als Führungs- und Steuerungsinstrument.
- kennen Sie die aktuellen gesetzlichen Anforderungen und deren Auswirkungen auf die Krankenhaussteuerung.
- gewinnen Sie Sicherheit im Umgang mit Pflegebudget, PpSG, Pflegepersonaluntergrenzen und Pflegepersonalquotienten.
- lernen Sie, Personalkennzahlen systematisch auszuwerten und für Managemententscheidungen einzusetzen.
- erkennen Sie frühzeitig Risiken bei der Einhaltung gesetzlicher Personalvorgaben.
- verstehen Sie die personellen Anforderungen von Leistungsgruppen und OPS-Komplexleistungen einschließlich der Nachweise im Rahmen von Strukturprüfungen.
- erhalten Sie praxisnahe Instrumente zur Weiterentwicklung Ihres Pflegecontrollings.
- stärken Sie die Zusammenarbeit zwischen Pflege, Personalmanagement, Medizincontrolling, Krankenhauscontrolling und Geschäftsführung.
Inhalte
Pflegecontrolling als strategisches Steuerungsinstrument
- Aufgaben, Ziele und Organisation eines modernen Pflegecontrollings
- Aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen
- Pflegecontrolling als Bestandteil der Unternehmenssteuerung
- Rollenverständnis zwischen Pflegemanagement und Controlling
Aktuelle gesetzliche Rahmenbedingungen
- Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG)
- Pflegebudget und budgetrelevante Fragestellungen
- Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG)
- Pflegepersonalquotient
- Aktuelle Entwicklungen der Krankenhausreform
- Auswirkungen auf Personalplanung und Krankenhaussteuerung
Personalcontrolling in der Pflege
- Ziele und Aufgaben des Personalcontrollings
- Strategische und operative Personalplanung
- Personalbedarfsermittlung
- Kapazitäts- und Ressourcenplanung
- Skill- und Grade-Mix
- Ausfallmanagement
- Arbeitszeitmodelle und Flexibilisierung
- Produktivität und Wirtschaftlichkeit
- Entwicklung aussagekräftiger Personalkennzahlen
Kennzahlen und Berichtswesen
- Personalkennzahlen
- Qualitätskennzahlen
- Pflegeaufwand und Leistungsentwicklung
Leistungssteuerung und Erlössicherung
- Leistungsgruppen der Krankenhausreform
- Personelle Voraussetzungen der Leistungsgruppen
- OPS-Komplexleistungen
- Strukturprüfungen und Nachweis personeller Anforderungen
- Zusammenhang zwischen Personalvorhaltung, Leistungsfähigkeit und Erlössicherung
- Dokumentation als Steuerungsinstrument
Schnittstellen im Krankenhaus
Ein wirksames Pflegecontrolling gelingt nur in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmensbereichen. Deshalb werden insbesondere folgende Schnittstellen betrachtet:
- Pflegedienstleitung
- Krankenhauscontrolling
- Medizincontrolling
- Personalmanagement
- Qualitätsmanagement
- Geschäftsführung
- Finanz- und Rechnungswesen
- IT und Datenmanagement
Praxisbeispiele
- Entwicklung eines integrierten Pflegecontrollings
- Steuerung anhand von Kennzahlen
- Praxisbeispiele zur Personalplanung
- Umgang mit gesetzlichen Personalvorgaben
- Best-Practice-Beispiele aus Krankenhäusern
- Diskussion typischer Herausforderungen aus dem Berufsalltag
Ihr Mehrwert
Dieses Seminar verbindet aktuelle gesetzliche Anforderungen mit modernen Instrumenten des Pflege- und Personalcontrollings. Es zeigt praxisnah, wie personelle Ressourcen transparent gesteuert, gesetzliche Vorgaben sicher erfüllt und wirtschaftliche Potenziale genutzt werden können. Sie erhalten konkrete Ansätze, um das Pflegecontrolling als strategisches Führungsinstrument in Ihrem Krankenhaus zu etablieren und damit einen nachhaltigen Beitrag zu Versorgungsqualität, Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherheit Ihrer Einrichtung zu leisten.
Zielgruppen
Das Seminar richtet sich insbesondere an:
- Leiterinnen und Leiter Medizincontrolling
- Medizincontrollerinnen und Medizincontroller
- Mitarbeitende im Erlösmanagement
- Mitarbeitende im Patientenmanagement und Fallmanagement
- Mitarbeitende im MD-Management
- Führungskräfte aus Krankenhausverwaltung und Leistungsabrechnung
- Verantwortliche für Forderungs- und Erlösmanagement in Krankenhäusern
Referent
Jonathan Wagner, Stabstelle Interprofessionelle Klinikums-Entwicklung, Pflegedirektion, Pflegecontrolling aus der Uniklinik Augsburg

